Die Erhebung

Die Europäische Erhebung über Sprachenkompetenz soll ein wesentliches Werkzeug für Regierungen in Europa werden, das diese in der Entwicklung ihrer jeweiligen Bildungspolitik zum Fremdsprachenerwerb nutzen können. Sie ist ein Bestandteil des Ziels der Europäischen Kommission, "die Beherrschung von Grundkenntnissen in Fremdsprachen in Europa zu verbessern" und "einen Indikator für Sprachenkompetenz zu schaffen". Sie wird Regierungen dabei unterstützen, ein Verständnis über die gegenwärtig bestehenden Kompetenzniveaus beim Zweitsprachenerwerb zu gewinnen und dazu, wie diese Niveaus mit denen anderer Länder verglichen werden können. Sie wird auch Informationen dazu liefern, welche Beziehungen zwischen Sprachkompetenz und demografischen, sozialen, ökonomischen und pädagogischen Variablen bestehen. Die sich aus dieser Erhebung ergebenden Informationen können dann dazu verwendet werden, die Bildungspolitik der einzelnen Länder zu beeinflussen und nationalstaatliche Standards zu verbessern.

Bei der Erhebung wird das Erlernen einer Zweitsprache bei Schülern, die im letzten Jahr ihrer Ausbildung in der Sekundarstufe 1 (Gymnasium/Realschule usw.) stehen, auf der Grundlage der durch den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (CEFR) vorgegebenen Skalen bewertet. Der Schwerpunkt wird dabei auf den beiden im jeweiligen Land bevorzugt gelehrten und aus den Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch auszuwählenden Hauptfremdsprachen liegen.
Die Erhebung muss zuverlässig die Sprachkenntnisse von 14 bis 18 Jahre alten Sprachenlernenden messen. Die Tests werden dabei folgende Charakteristiken aufweisen:

  • Es werden die für die jeweilige Altergruppe erwarteten kognitiven Fähigkeiten angesprochen.
  • Die Tests werden nicht von Kenntnissen über die Welt abhängen, die nicht vorauszusetzen sind.
  • Es werden Themen verwendet, die für die jeweilige Altersgruppe relevant und interessant sind.
  • Es werden Sprachfunktionen in einem Kontext getestet, der für die Altersgruppe relevant ist.

In der Erhebung werden Kenntnisse in denjenigen offiziellen Sprachen der Europäischen Union getestet, die in den teilnehmenden Ländern als erste und zweite Fremdsprache am häufigsten gelehrt werden. Dies sind entsprechend den neusten Daten von Eurostat die folgenden Sprachen:

  • Englisch
  • Französisch
  • Deutsch
  • Spanisch
  • Italienisch

Die Wahl, welche Sprache im jeweiligen Land am häufigsten und welche am zweithäufigsten gelehrt wird, wird von jedem teilnehmenden Land auf der Grundlage der neusten veröffentlichten Daten von Eurostat oder neuerer nationaler Daten, falls solche vorliegen, getroffen. Die Testwerkzeuge werden allen teilnehmenden Ländern zur Verfügung gestellt, wenn diese außerdem die Kompetenz in Sprachen testen möchten, die nicht zu den beiden am häufigsten gelehrten Sprachen aus der Liste dieser fünf Sprachen gehören.