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Die Erhebung

Die Europäische Kommission entwarf 2005 eine detaillierte Handlungsstrategie für die Schaffung einer Europäischen Erhebung zur Fremdsprachenkompetenz.

Die Europäische Kommission beschrieb das Ziel der Erhebung folgendermaßen: Die Erhebung soll den beteiligten Ländern vergleichbare Daten über die Fremdsprachenkompetenz sowie Kenntnisse über gelungene Beispiele der Fremdsprachenvermittlung liefern. Des Weiteren will die Erhebung als Indikator zur Messung des Fortschritts auf dem Weg zur Verbesserung der Fremdsprachenvermittlung dienen.

SurveyLang, ein Konsortium von acht führenden Fachorganisationen, die ihr Wissen in den Bereichen Leistungsmessung, Testentwicklung, Stichproben- und Datenerhebung, Übersetzungsprozesse und kognitive Psychologie einbringen, erhielt im Februar 2008 den Zuschlag für die Entwicklung und Durchführung der Erhebung.

Was wird erhoben?

Die Erhebung will die Kenntnisse in den beiden am häufigsten gelehrten europäischen Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch) in jedem Teilnehmerland bei einer repräsentativen Auswahl von Schülern im letzten Jahr ihrer Ausbildung in der Sekundarstufe 1 feststellen.

Die Erhebung wird die Fremdsprachenkenntnisse in den Fertigkeiten Hören, Lesen und Schreiben feststellen. Etwa 1500 Schüler pro Sprache und Land werden an der Erhebung teilnehmen.

Die Auswahl der Schulen erfolgt systematisch, sodass die Schülerpopulation eines Landes im letzten Jahr der Schulausbildung in der Sekundarstufe 1 oder im zweiten Jahr der Sekundarstufe 2 repräsentativ abgebildet wird.

Zusätzlich werden die Schüler aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen, der ihre Erfahrungen beim Fremdsprachenlernen sowie andere Hintergrundfaktoren abfragt. Auf diese Weise lassen sich Informationen dazu gewinnen, wie sich innerhalb der europäischen Mitgliedstaaten demografische, soziale, ökonomische und pädagogische Variablen auf die Sprachkompetenz auswirken.

Die Testergebnisse werden mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) verknüpft. Die Verknüpfungen mit dem GER sind ein Arbeits- und Forschungsschwerpunkt des SurveyLang-Teams.

Die Erhebung wird nach internationalen Standards im Bildungswesen durchgeführt, vergleichbar mit anderen Erhebungen wie PISA, PIRLS und TIMSS.

Ein breit angelegter Feldversuch der Systeme und Sprachtests wird von Februar bis März 2010 durchgeführt. Die eigentliche Erhebung wird von Februar bis März 2011 stattfinden. In der ersten Hälfte des Jahres 2012 wird der Europäischen Kommission der Abschlussbericht vorgelegt.

Innovation

Im Zuge der Europäischen Erhebung zur Fremdsprachenkompetenz hat das SurveyLang-Konsortium zahlreiche innovative neue Verfahren und Prozesse entwickelt. In allen Bereichen des Projekts zeigt sich dies deutlich, ganz besonders jedoch bei der gemeinschaftlichen Entwicklung der Sprachtests sowie bei den computergestützten Software-Systemen, mit deren Hilfe die Sprachtests und die Fragebögen sowohl für die Verwendung auf Papier wie auch für die Verwendung am Computer bereitgestellt werden.

Wozu werden die Ergebnisse verwendet?

Die vom SurveyLang-Konsortium gesammelten Informationen liefern den Ländern statistisch repräsentative Ergebnisse zur Fremdsprachenkompetenz von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 1 und 2 in den beiden am häufigsten gelehrten Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch). Aufgrund des gesamteuropäischen Kontextes der Erhebung können mit Hilfe der Umfrageergebnisse und Testdaten die den Spracherwerbsprozess beeinflussenden Faktoren identifiziert und sprachpolitisch relevante Informationen bereitgestellt werden. Diese Daten können als Grundlage für die weitere Entwicklung der ländereigenen, wie auch der europäischen Sprachpolitik herangezogen werden.

Welche Länder nehmen an der Erhebung teil?

Die 16 an der Erhebung teilnehmenden Länder sind:

  • Belgien (Flämische Gemeinschaft)
  • Belgien (Französischsprachige Gemeinschaft)
  • Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft)
  • Bulgarien
  • Kroatien
  • England
  • Estland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Malta
  • Niederlande
  • Polen
  • Portugal
  • Slowenien
  • Spanien
  • Schweden